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Geld und Macht regieren Österreichs Bildungspolitik
Der – nächste - Beweis erreichte uns gestern und schockt alle bildungsbewussten Menschen: Der elementare Bildungsbereich – der noch nicht lange als solcher erkannt ist – bekam wieder einmal eine Ohrfeige… Bildungspolitische Schande für Österreich! Die Ausbildung der Kindergarten- und HortpädagogInnen soll an den BAKIP bleiben, weil „es zu wenig Forschung gibt, es keine geeigneten Lehrenden gibt,…“. Und weil Gemeindebundpräsident Mödlhammer die Notwendigkeit nicht erkennt und meint, dass das Gehalt der PädagogInnen nicht finanzierbar wäre, dass der Ausbau der Bildungsplätze für unter 3-jährige schon genug koste. Also wieder einmal „nur“ ein Quantitätsproblem! Die Qualität, die UNSERE Kinder brauchen, um den besten Start in Ihre LEBENS-Bildungskarriere zu haben, ist offensichtlich egal. Wie könnte es sonst sein, dass für den frühkindlichen Bildungsbereich anforderungsadäquate Qualifikationen der Erwachsenen keine Rolle spielen bzw. bestritten werden? Die BAKIP-Ausbildung führt national und international in eine Sackgasse Die derzeitige Ausbildung der Kindergarten- und HortpädagogInnen an den BAKIP ergibt keine Möglichkeit eines Anschlusses an andere pädagogische Berufe in Österreich. Die Mitglieder des ÖDKH fordern seit 1992 vehement, dass alle pädagogischen Berufe eine gemeinsame Basisausbildung mit anschließendem Modulssystem erhalten. So können in Zukunft alle PädagogInnen gemeinsam die Bildungslandschaft optimal mitgestalten. International führt die derzeitige Ausbildung in die Sackgasse, weil AbsolventInnen der österreichischen BAKIP keine Anerkennung finden. Wertschätzung und Rahmenbedingungen bleiben schlecht Fakt ist, dass AkademikerInnen höheres Ansehen in der Gesellschaft genießen. Mit der Ausbildungsreform wäre somit eine Aufwertung der elementaren Bildung und damit faire Entlohnung und mehr Attraktivität des Berufes - auch für Männer - verbunden. Inzwischen werden alle anderen Berufsbilder des pädagogischen Bildungsbereiches auf tertiärem Niveau ausgebildet. Nur ExpertInnen für frühe Bildung sollen weiterhin auf sekundärer Ausbildungsebene verbleiben. Forderung des europaweiten „Netzwerkes Kinderbetreuung“ In den Vereinbarungen des „Netzwerkes Kinderbetreuung“ aus dem Jahr 1996 wird als Qualitätskriterium für PädagogInnen des elementaren Bildungsbereiches angegeben: … „die Ausbildung soll frühestens mit 18 Jahren beginnen und modular aufgebaut sein …“. Österreich hat diese Vereinbarungen 1996 unterzeichnet, erfüllt aber als eines der wenigen europäischen Länder dieses Kriterium nicht. Die Auswirkungen auf das System der frühen Bildung sind spürbar. Elementare Bildung nur als politisches Aushängeschild Wir haben genug davon, dass die frühen Bildungsjahre der Kinder und die Ausbildungs-, Arbeits- und Lebensbedingungen der PädagogInnen (99% Frauen!!) scheinbar für alle finanziellen Probleme geradestehen müssen. Die Bundesregierung präsentiert, wer in Österreich das Sagen hat, wo die Macht „für alles“ in Österreich zu Hause ist und dass der kompetente Mut für Maßnahmen, die nach Legislaturperioden wirken, fehlt… Die Enttäuschung ist groß, da offenbar nicht einmal ExpertInnen des BMUKK ernst genommen werden. Unmut und Frust wachsen ebenso wie die Bereitschaft für Aktionen von ElementarpädagogInnen und bildungsbewussten BürgerInnen Wien, 2011 07 08
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