Bildungsdialog zur gemeinsamen Chance Bildung: Sozialpartner und Industriellenvereinigung, die Ministerinnen Schmied und Karl stellen ein gemeinsames Forderungspapier vor. Das Bildungsvolksbegehren "Österreich darf nicht sitzen bleiben" ist vor der Endformulierung.


Der dramatische Qualitätsverlust unseres Bildungssystems weckt einmal mehr eine breite Mehrheit der Zivilgesellschaft auf: bereits im Jahr 2007 hatten die Sozialpartner das gemeinsame Positionspapier "Chance Bildung"

präsentiert, das als Basis für den Austausch der Sozialpartner mit der Bundesregierung über Reformschritte für den Bildungsstandort Österreich gedacht war. 

Leider wurde diese Chance durch die Politik nicht oder nur unzureichend wahrgenommen.

Das neue Positionspapier "Bildungsdialog" wird heute, Mittwoch, von den Sozialpartnern (Wirtschaftskammer Österreich, Arbeiterkammer, Gewerkschaftsbund und Landwirtschaftskammer Österreich) und der Industriellenvereinigung im Beisein der beiden Ministerinnen für Unterricht, Kunst und Kultur bzw. Wissenschaft und Forschung präsentiert. 

Das Forderungspapier des Bildungs-Volksbegehrens „Österreich darf nicht sitzen bleiben“ wird morgen, Donnerstag, der Öffentlichkeit präsentiert, sodass noch im Februar die Unterstützungserklärungen bei den zuständigen Behörden eingereicht werden können.

Die Plattform EduCare schließt sich dem Positionspapier der Sozialpartner und den Forderungen des Bildungsvolksbegehrens an und fordert: 

  • ein Bildungssystem, in dem alle Fähigkeiten und Talente der Buben und Mädchen so früh wie möglich erkannt und durch permanente Förderung zur Entfaltung gebracht werden;
  • ein sozial faires Bildungssystem, in dem alle Buben und Mädchen in Österreich Anspruch auf alle gebotenen Chancen haben, unabhängig von Geschlecht, sozialer, kultureller, religiöser oder regionaler Herkunft;
  • ein weltoffenes Bildungssystem, das  Internationalität und kulturelle Vielfalt  als Bereicherung ansieht und den MigrantInnen und ihren Kindern faire Bildungs- und Berufschancen einräumt;
  • ein modernes, bürokratieschlankes und weitgehend autonomes Bildungssystem ohne parteipolitische Einflussnahme;
  • ein flächendeckendes Angebot an elementarpädagogischen Einrichtungen (Krabbelstuben, Kinderkrippen, Kindergärten…), sowie bundesweite Ganztagsangebote;
  • die Gleichstellung der Kindergärten mit den Schulen und der KindergartenpädagogInnen mit den LehrerInnen;
  • die Aufwertung des PädagogInnen-Berufes durch gemeinsame tertiäre Ausbildung und einheitliche Besoldung;
  • einen verbindlichen Ausbau – und Finanzierungsplan für unsere Bildungseinrichtungen von den Elementarbildungseinrichtungen bis zu den Hochschulen und Universitäten
  • die jährliche kontinuierliche Erhöhung der öffentlichen Finanzierung aller Bildungseinrichtungen auf mindestens 2% des BIP im Jahre 2020.

Bildung bestimmt die Zukunft jedes/jeder Einzelnen, der Gesellschaft insgesamt und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Österreichs. Die Fähigkeiten unserer Kinder und Jugendlichen sind der wichtigste „Rohstoff“, den wir haben. 

Diesen bestmöglich durch Bildung zu nutzen, ist auch Ausdruck von Generationengerechtigkeit. 

Unser Bildungssystem wird diesen Anforderungen und Zielen nur unzulänglich gerecht. Daher muss es radikal geändert werden. 

Es gilt, die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems zu steigern. Ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem muss auch größtmögliche Chancengleichheit für alle öffnen. 


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