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FÖDERAL ZUGEWUCHERTES ÖSTERREICH SCHEINT UNFÄHIG ZU SEIN, EIN BUNDESWEITES KINDERGARTENGESETZ MIT EINHEITLICHEN TARIFEN, ZEITEN UND STANDARDS ZU SCHAFFEN! (*)Der Meilenstein der Chancengleichheit im Zugang zur Bildung, wird angefangen zu streichen – aus „Spargründen“… Die steirische Landesregierung setzt im Jahr der Bildung und zum 100. Geburtstag des internationalen Frauentages eine höchst zweifelhafte Symbolik: sie reduziert den Kindergarten einmal mehr auf seine Betreuungsaufgaben. Sie tritt damit in die Fußstapfen des Nachbarbundeslandes Kärnten. Beide vertrauen offenbar der noch immer der weit verbreiteten Stimmung im „Wählervolk“, dass Kinder im Vorschulalter am besten bei der Mutter aufgehoben sind. Niederösterreich fühlt sich damit bestätigt. Salzburg „erhöht“ die Gehälter der ElementarpädagogInnen geradezu verhöhnend niedrig. Die Bundesregierung streicht die Förderung der Kindergärten gleich (heuer) gänzlich – unter dem durchsichtigen Vorwand der Evaluierung… Da kann man gut die Stellung vertreten, dass 1 Jahr verpflichtend bis Mittag beitragesfrei im Kindergarten genug ist. Da ist es nicht notwendig, sich mit gesellschaftspolitischen Änderungen in der Bevölkerungs- und Familienstruktur herumplagen. Da braucht man sich nicht an den vielen Studien orientieren, die nachweisen, dass z.B. erfolgversprechende Sprachförderung im Alter von 2 bis 4 Jahren stattfinden muss. Da kann wider besseres Wissen negiert werden, dass Bildung im frühesten Kindesalter beginnt! Das Positionspapier "Bildungsdialog" der Sozialpartner (Wirtschaftskammer Österreich, Arbeiterkammer, Gewerkschaftsbund und Landwirtschaftskammer Österreich) und der Industriellenvereinigung wurde präsentiert; das Forderungspapier des Bildungs-Volksbegehrens „Österreich darf nicht sitzen bleiben“ wurde veröffentlicht. Die PädagogInnenbildung NEU ist auf Schiene. Die Plattform EduCare schließt sich dem Positionspapier der Sozialpartner, den Forderungen des Bildungsvolksbegehrens und den Intentionen der PädagogInnenbildung NEU an und fordert: - ein Bildungssystem, in dem alle Fähigkeiten und Talente der Buben und Mädchen so früh wie möglich erkannt und durch permanente Förderung zur Entfaltung gebracht werden; - ein sozial faires Bildungssystem, in dem alle Buben und Mädchen in Österreich Anspruch auf alle gebotenen Chancen haben, unabhängig von Geschlecht, sozialer, kultureller, religiöser oder regionaler Herkunft; - ein weltoffenes Bildungssystem, das Internationalität und kulturelle Vielfalt als Bereicherung ansieht und den MigrantInnen und ihren Kindern faire Bildungs- und Berufschancen einräumt; - ein modernes, bürokratieschlankes und weitgehend autonomes Bildungssystem ohne parteipolitische Einflussnahme; - ein flächendeckendes Angebot an elementarpädagogischen Einrichtungen (Krabbelstuben, Kinderkrippen, Kindergärten…) mit bundesweiten Standards und Ganztagsangeboten; - die Gleichstellung der Kindergärten mit den Schulen und der KindergartenpädagogInnen mit den LehrerInnen; - die Aufwertung des PädagogInnen-Berufes durch gemeinsame tertiäre Ausbildung und einheitliche Besoldung; - einen verbindlichen Ausbau – und Finanzierungsplan für unsere Bildungseinrichtungen von den Elementarbildungseinrichtungen bis zu den Hochschulen und Universitäten - die jährliche kontinuierliche Erhöhung der öffentlichen Finanzierung aller Bildungseinrichtungen auf mindestens 2% des BIP im Jahre 2020. Bildung bestimmt die Zukunft jedes/jeder Einzelnen, der Gesellschaft insgesamt und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Österreichs. Die Fähigkeiten unserer Kinder und Jugendlichen sind der wichtigste „Rohstoff“, den wir haben. Diesen bestmöglich durch Bildung zu nutzen, ist auch Ausdruck von Generationengerechtigkeit. Unser Bildungssystem wird diesen Anforderungen und Zielen nur unzulänglich gerecht. Daher muss es radikal geändert werden. Es gilt, die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems zu steigern. Ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem muss auch größtmögliche Chancengleichheit für alle öffnen. Die PolitikerInnen müssen sich endlich ihrer sozialen und bildungspolitischen Verantwortung zu stellen, und nicht bei den Ärmsten der Armen, die sich nicht wehren können – den Kindern - und damit an unserer Zukunft zu sparen beginnen! Jede Investition in die frühe Bildung ist eine Investition in unsere Zukunft! (*) Überschrift übernommen von Hubert Patterer in der Kleinen Zeitung vom 05.03.2011
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