"Non scholae sed vitae discimus" / "Bildung macht frei": zwei Slogans, eine Aussage.


Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche! Geben wir unseren Kinder die Chance, "Bildung" zu erhalten, die sie befähigt, das Leben zu meistern!

Bildung ist in aller Munde. Unbestritten: alles, was die öffentliche Wahrnehmung auf die Bildungsmisere lenkt ist ohne Einschränkung zu begrüßen. Damit wird Druck auf die Verantwortlichen – die Politiker – gemacht, endlich zu investieren, endlich grundlegende Veränderungen einzuleiten.

Bildung wird jedoch über weite Strecken auf Organisation, Lehrer und Eltern eingeschränkt.

Die Kinder, um die es eigentlich geht, kommen dabei nur selten vor.

Verschanzt hinter ideologischen Grenzen wird eine Schlacht ausgeführt, die an Schilda erinnert; es wird schwadroniert und für Partikulärinteressen lobbyiert – ohne dass es zu einer entscheidenden Veränderung kommt.

So bleibt das System erhalten, mit kleinen, kosmetischen Änderungen.

Je nach philosophisch-politischem Hintergrund haben wir gehört: „nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir“ oder „Bildung macht frei“.  Womit jede(r) auf seine Weise die selbe Aussage trifft: Bildung, umfassende Bildung im Sinn von Herzens-, Geistes-, Willens- und Wissensbildung ist vonnöten.

Mündige, selbstbestimmte, reflektierte Menschen kommen aber nicht von selber. Das Leben in die Hand nehmen, frei zu sein, beginnt mit der Geburt. Und zwar sehr wesentlich: was vor der Schulzeit nicht grundgelegt worden ist, ist kaum nachzuholen. Bereitschaft zu lebenslangem Lernen ist unabdingbar.

Elementarpädagogische Einrichtungen – landläufig meist Kindergarten genannt – geben Buben und Mädchen die Möglichkeit, ihre potenziellen Fähigkeiten zu erkennen und zu erleben, freudig Bereitschaft zum Lernen zu bekommen.

Und zwar in der Gemeinschaft mit gleichaltrigen und mit meist 3- bis 6jährigen. Eine Gemeinschaft, die sie daheim in den meisten Fällen nicht haben: hier sind sie „reduziert“ auf bestenfalls begleitet von Eltern und Alleinerziehenden (die äußerst wichtig sind, aber diese Gemeinschaft nicht ersetzen können).

Mündige Bürger werden in den elementarpädagogischen Einrichtungen „grundgelegt“.

Im aktiven Tun, im Spielen und Ausprobieren, unter der aufmerksamen Begleitung und Wahrnehmung der Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes durch engagierte und geschulte BegleiterInnen, die darauf vertrauen, dass Kinder von sich aus neugierig sind und grundsätzlich auf aktives, erforschendes Lernen und Leben in sich ständig weiter entwickelnden Prozessen „Lust“ haben.

Dazu müssen die elementarpädagogischen Einrichtungen aber qualitativ befähigt sein, dafür müssen an Kindern emotional interessierte Frauen und Männer geschult werden.

Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche – geben wir unseren Kindern die Chance, „Bildung“ zu erhalten, die sie befähigt, das Leben zu meistern.

Dafür aber muss die Elementarpädagogik aus dem Korsett überkommener gesetzlicher Aufsplitterung und überholter Berufsbilder (Ausbildung!) entlassen werden.

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Mag.a Tanja TäuberMag.a Tanja Täuber

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