|
|
|
|
Verpflichtendes Vorschuljahr: wer kann die Kinder besser auf die Schule vorbereiten?Die AK Wien - langjährig verlässlicher Partner in den Reformbemühungen im Kindergartenbereich – hat darauf in ihrer Pressekonferenz vom 13.08.2008 eine zu einfache Antwort: LehrerInnen. LehrerInnen sind nach Meinung der AK Wien für das Vermitteln von Wissen zuständig und somit die ExpertInnen, wenn es um die Vorbereitung auf die Schule geht. Lehrerinnen sollten daher täglich 2 Stunden im Kindergarten mit den Kindern lernen. Die Annahme, dass LehrerInnen ExpertInnen für den noch zu definierenden Bildungsauftrag des Kindergartens sind, widerspricht allen wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen der letzten Jahre. Der Vorschlag ist somit völlig kontraproduktiv zur Umsetzung der Forderung, den Kindergarten als Bildungseinrichtung zu definieren. Es ist nicht auszuschließen, dass mit dieser Diskussion ein auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragener Konkurrenzkampf zwischen beiden Berufsgruppen entstehen wird. Kurzfristiger Bedarf an PädagogInnen in Wien der Beweggrund? Die Überlegung von AK-Wien-Direktorin Johanna Ettl, LehrerInnen im Kindergarten einzusetzen, könnte allerdings auch anders interpretiert werden: Wien hat nicht genügend KindergartenpädagogInnen, um den aktuellen zusätzlichen Bedarf abdecken zu können. Das erfordert Modelle, die kurzfristig umsetzbar sind. Unser Vorschlag: LehrerInnen und KindergartenpädagogInnen arbeiten bei gleicher Bezahlung und gleichen Arbeitsbedingungen in einer Gruppe. Somit wäre auch einer langjährigen Forderung Rechnung getragen: Aufstockung des Personals. Um die Qualität der Bildungsangebote zu sichern, müssen sich beide Berufsgruppen in jenen Bereichen nachqualifizieren, die inhaltlich und methodisch/didaktisch zur Umsetzung eines bundesweit gültigen, noch zu erarbeitenden Bildungsplanes für das verpflichtende Vorschuljahr notwendig sind. Wir schließen uns der Meinung vieler anerkannter Bildungsexperten an, dass die bisherige Ausbildung von LehrerInnen und KindergartenpädagogInnen zur Erfüllung eines zeitgemäßen Bildungsauftrages unzureichend ist! BM Schmied spricht daher im ersten Schritt von einer gemeinsamen Fortbildung an der Pädagogischen Hochschule. Mittelfristig muss die Ausbildung aller pädagogischen Berufe an der Pädagogischen Hochschule stattfinden. Das von der AK Wien vorgeschlagene Modell widerspricht allen nationalen und international geführten Diskussionen zur Reform des Bildungsauftrages im Kindergarten. Weiterführende Links: http://www.plattform-educare.org/ziele.htm http://www.plattform-educare.org/aktuelle_forderungen.htm http://www.plattform-educare.org/positionspapier_ausbildung.htm http://www.plattform-educare.org/Presseaussendungen.htm
|
Wir danken unseren Sponsoren herzlich für die wertvolle Unterstützung unserer Arbeit! |
|
|