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Plattform EduCare elementare und außerschulische Bildung |
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Ich lasse mir meine Vorurteile doch nicht durch Fakten ruinieren! Trotz gegenteiliger Aussagen ist der sich abzeichnende Mangel an Kindergartenpädagoginnen und Kindergartenpädagogen eine nicht zu leugnende Tatsache. „Ein Mehr an Pädagoginnen und Pädagogen
ist ein Erfordernis der Stunde!“ meint der Vorstandsvorsitzende des Kindergartenwerkes
der Erzdiözese Wien, Pfarrer Msgr. Franz Wilfinger, Mitglied der Plattform
EduCare.
Gegenwärtig suchen alleine in Wien zumindest 10 Träger HorterzieherInnen und KindergartenpädagogInnen – und es sind kaum Bewerbungen von SchulabgängerInnen eingelangt: beim Kindergartenwerk gab es 2007 um diese Zeit noch etwa 30 Bewerbungen, jetzt gerade einmal eine Bewerberin! Gründe dafür könnten sein: die derzeitige Ausbildung der ElementarpädagogInnen scheint den Anforderungen des Berufsalltages nicht mehr gerecht zu werden, „SpäteinsteigerInnen“ müssen bei der Stunde Null beginnen - und die gesellschaftliche Anerkennung lässt noch immer zu wünschen übrig (Schlagwort: „Tante“, die betreut). „Natürlich ist auch die Entlohnung ein nicht zu unterschätzender Faktor - und das, obwohl die Bedeutung der frühkindlichen Bildung in Einrichtungen der Elementarbildung – wie Kindergärten, Kindergruppen oder Tagesmütter - zunehmend erkannt wird, auch von der Wirtschaft“, unterstreicht Wilfinger. Wilfinger erinnert, dass in Österreich die Länder und nicht der Bund für die Kindergärten zuständig seien und meint, dass Kindergärten ein Angebot - wenn auch ein nicht mehr weg zu denkendes und sehr wertvolles - aber keine verpflichtende, unabdingbare Voraussetzung für die Einschulung der Kinder seien. Was eine mögliche Vereinheitlichung der Qualitätsstandards in der Kinderbetreuung betrifft, spricht sich der Vorstansvorsitzende des Kindergartenwerkes für ein einheitliches Bundesrahmengesetz zur Qualitätssicherung in elementaren und außerschulischen Bildungseinrichtungen aus. Mit diesem Normenrahmen soll die Qualität des Angebotes Kindergarten gesichert werden; die Konkretisierung für das jeweilige Bundesland bliebe Sache der Länder. Der Bund komme - neben dem Angebot zur Aus- und Weiterbildung für Erzieherinnen – bei der Bildungsforschung ins Spiel, die als einzige von der Bundesregierung bereits umgesetzt worden ist. Die Verlagerung der Aus- und Fortbildung der Kindergarten- und Hortpädagoginnen und –pädagogen an die neu geschaffenen Pädagogischen Hochschulen sei dazu eine wichtige und zentrale Voraussetzung, für die es in den meisten Staaten der EU bereits Erfahrungswerte gibt. Die von der Plattform vorgeschlagene, sofort einrichtbare Übergangslösung in Form der Einstellung von berufsbegleitend auszubildenden AssistentInnen hält Wilfinger für eine überaus praktikable Lösung, dem unmittelbar sich abzeichnenden Mangel an Fachkräften kurzfristigst abzuhelfen. Die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien hat für das Sommersemester 2008 bereits die ersten Lehrgänge eingerichtet. Eine der Voraussetzungen, unseren Kindern zu helfen, sich zu kreativen, selbstbewussten und eigenständigen Persönlichkeiten zu entwickeln, ist die Sorge um die Schaffung der nötigen Betreuungseinrichtungen. Dies darf aber nicht bloß Sache der öffentlichen Verwaltung sein, sondern muss Raum für private Trägerschaften lassen, unterstreicht Wilfinger.
Dem vielfältigen Angebot an Betreuungseinrichtungen wird gerade in Wien
beispielhaft Rechnung getragen – in der Verteilung der Trägerschaften liegt
nach Meinung Wilfingers auch eine demokratiepolitische Chance. Denn damit wird
den Eltern die Möglichkeit geboten,
sich für ein Betreuungsmodell ihrer Wahl entscheiden zu können. Das
Engagement „privater“ Trägerschaften bedarf neben dem der Eltern sicher
auch einer entsprechenden Förderung durch die öffentliche Hand.
Einrichtungen der Elementarbildung – wie eben Kindergärten, Kindergruppen oder Tagesmütter - ergänzen und unterstützen die Erziehung daheim durch die gebotene Verbindung von Betreuung, Erziehung und früher Förderung. Sie ermöglichen den Kindern Erfahrungen über den dort bestehenden Rahmen hinaus: sie schaffen vielfältige und anregungsreiche Bildungsmöglichkeiten und geben Anreiz zu verantwortungsvoller Elternschaft bei gleichzeitiger Möglichkeit der finanziellen wie individuellen Weiterentwicklung von Mutter und Vater. „Nehmen wir die Bürger-Gesellschaft, die Politik, nehmen wir Bund und Länder in die Verantwortung. Aber beziehen wir bitte bei der Ausarbeitung der Lösungsansätze auch die Verantwortung und die Möglichkeiten der Eltern, der Alleinerziehenden und der betroffenen PädagogInnen mit ein!“ appelliert Wilfinger. Kontakt: Pfarrer Msgr. Franz Wilfinger Kindergartenwerk der Erzdiözese Wien Favoritenstraße 4-6/1/1 1040 Wien Tel.: +43 (1) 5058231 E-Mail: kindergartenwerk@edw.or.at Internet: http://www.kindergartenwerk.at/index.htm Pressedienst: Informationsdienst Plattform EduCare Tel.: +43 (664) 1141132 E-Mail: Informationsdiens@Plattform-EduCare.org Themenverwandte Pressemitteilungen: http://www.plattform-educare.org/Presseaussendungen.htm Weiterführende Informationen: http://www.plattform-educare.org/positionspapier_ausbildung.htm http://www.plattform-educare.org/bundesrahmengesetz.htm http://www.plattform-educare.org/UN-Konvention.htm Zur Person: http://members.chello.at/pf/
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