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Die elementare Bildung ist ein zentrales Fundament der gesamten Bildungsarchitecktur. Was kommt nach dem Gratiskindergarten?(17.04.2009) Die herausragende Bedeutung des Kindergartens für den späteren Bildungsweg und für die Integrationsbemühungen von Kindern aus sozial schwachen Familien bzw. Zuwandererkindern wird noch nicht überall erkannt und honoriert. Die Kinderfreunde gehen einmal mehr in die Offensive und fordern eine Qualitätsinitiative für Kindergärten. Die Österreichischen Kinderfreunde haben mehr als 20.000 Unterschriften für die Einführung eines Gratiskindergartens gesammelt, haben österreichweit mit Plakaten und Veranstaltungen für dieses Thema geworben. Wir stehen nun vor einem großen Durchbruch in der elementaren Bildung.
„Wir stehen nun vor einem großen Durchbruch in der elementaren Bildung. Der Gratiskindergarten wird dazu beitragen, dass der vorschulischen Bildung ein höherer Stellenwert eingeräumt wird. Wir freuen uns über diese Entwicklung und sind stolz dar- auf, den Boden für diese Entscheidungen mit aufbereitet zu haben“ sagt LR Josef Ackerl, Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde. Den Müttern wurde ein schlechtes Gewissen eingeredet, weil sie nicht zuhause beim Kind bleiben können oder wollen. Im Sog der immer breiter geführten Schuldiskussion kam in den vergangenen Jahren auch die Elementarbildung mehr und mehr in den Blickpunkt der heimischen Bildungsdebatte. Nicht zuletzt haben internationale Studien wie den Blick auch in Österreich auf die vorschulische Bildung gelenkt. Noch vor wenigen Jahren wurde der Kindergarten in der öffentlichen Diskussion mit „Betreuung außer Haus“ gleichgesetzt – sozusagen eine Garage für Kinder. Den Müttern wurde damit ein schlechtes Gewissen eingeredet, weil sie nicht zuhause beim Kind bleiben können oder wollen. „Es war ein langer Kampf, mit diesem ‚Kindergaragen-Image’ aufzuräumen.‚Bildung beginnt im Kindergarten’ – mit diesem Slogan haben wir erfolgreich Bewusstseinsarbeit geleistet“ sagt Ackerl. „Jetzt stellt sich für uns die Frage, was kommt nach dem Gratiskindergarten? Welche Maßnahmen müssen wir jetzt im Interesse der Kinder einfordern?“ Das gegenwärtige System verstärkt diese Herkunftsnachteile zusätzlich. Der Gratiskindergarten wird sich positiv auswirken. Die Erkenntnisse aus all den wissenschaftlichen Studien zur Elementarbildung: Die in den letzten Jahren publizierten Studien zum Thema zeigen auf, dass die bisher gesetzten Maßnahmen im Kindergarten und in der Volksschule nicht ausreichen um Bildungsbenachteiligungen auszugleichen. Im Gegenteil: Das gegenwärtige System verstärkt diese Herkunftsnachteile zusätzlich. Weil einer immer breiteren Zahl an Eltern die Bedeutung des Kindergartens für die Lebenschancen ihrer Kinder bewusst wird, kommt die Politik zunehmend unter Handlungsdruck. Der Gratiskindergarten wird sich positiv auswirken. Aber aus der wissenschaftlichen Auseinandersetzung wissen wir: Das alleine wird nicht genügen. Daher fordern die Kinderfreunde: PädagogInnen müssen besser ausgebildet werden:
Österreich und Malta sind die einzigen Länder Europas, die ihre KindergartenpädagogInnen nicht in Hochschulen ausbilden. Die Kinderanzahl pro Gruppe muss verkleinert werden bzw. für acht Kinder muss eine geeignete Mitarbeiterin / ein geeigneter Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Wir haben zu viele Kinder in den Kindergartengruppen. Die Gruppengröße ist ein entscheidendes Qualitätskriterium für die Bildungsqualität. Mehr Forschungsgelder müssen bewilligt werden.
„Die jüngsten Entscheidungen für den Gratiskindergarten werden die Entwicklungen im Elementarbereich weiter beschleunigen“ vermutet Gernot Rammer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde. „Weil einer immer breiteren Zahl an Eltern die Bedeutung des Kindergartens für die Lebenschancen ihrer Kinder bewusst wird, kommt die Politik zunehmendunter Handlungsdruck“. Kindergarten-Qualitätsoffensive gefordert Die Kinderfreunde fordern daher eine Kindergarten-Qualitätsoffensive: Rasche Umsetzung der gemeinsamen Ausbildung aller pädagogischen Berufe. Jede weitere Verbesserung hängt eng mit dieser Maßnahme zusammen. In Hochschulen ausgebildete ElementarpädagogInnen werden über mehr Kompetenzen verfügen, und mehr Bildungsqualität ermöglichen. Etwa durch eine bessere interkulturelle Ausbildung. Sie werden aber auch mehr verdienen, bessere Arbeitsbedingungen, Auf- und Umstiegsmöglichkeiten haben, und ein höheres Selbstbewusstsein. SchrittweiseVerbesserung des PädagogInnen-Kinderschlüssels auf das Niveau der von der Wissenschaft empfohlenen Verhältnisse. Die aktuelle durchschnittliche Gruppengröße ist ein Hindernis für eine gute Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsqualität. Ein angemessener Schlüssel kostet Geld und braucht zusätzliche PädagogInnen. Die Umsetzung kann also nur schrittweise erfolgen, muss aber so bald wie möglich begonnen werden. Flächendeckendes Angebot für ein gesundes Mittagessen Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben ein gesundes, warmes Mittagessen im Kindergarten einnehmen zu können. Die Kosten dieses Angebotes müssen so gestaltet sein, dass kein Kind vom Angebot ausgeschlossen wird. Rasche Investition in Forschung und Fortbildung Die Fortbildung von KindergartenpädagogInnen ist eine zentrale Aufgabe der nächsten Jahre. Insbesondere wenn es gelingt, das Niveau der Ausbildung anzuheben, braucht es begleitend eine umfassende Fortbildungsinitiative. Gleichzeitig ist die Forschung weiter auszubauen. Die Kinderfreunde begrüßen den geplanten Lehrstuhl in Graz und auch Überlegungen im Rahmen der PH der Elementarbildungsforschung einen höheren Stellenwert zu geben. Anhebung der Bezüge der KindergärtnerInnen auf LehrerInnenniveau Die bessere Ausbildung der KindergartenpädagogInnen rechtfertigt jedenfalls eine bessere Bezahlung, die Angleichung an das LehrerInnenniveau ist ein logischer Schritt. Einheitliche Qualitätsstandards durch Rahmengesetze Im Rahmen einer 15a-Vereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern und den daraus resultierenden Bundes- und Landesgesetzen müssen dieQualitätsstandards bundesweit einheitlich definiert und die finanzielle Beteiligung des Bundes an den Kosten festgelegt werden. Information und Rückfragenhinweise Die Kinderfreunde Österreich sind mit ihren Landesorganisationen Gründungsmitglied der Plattform EduCare. Siehe dazu: http://www.Plattform-EduCare.org Gernot Rammer, Bundesgeschäftsführer der Kinderfreunde Österreich, ist Mitglied der Steuergruppe der Plattform EduCare. Siehe dazu: http://www.Plattform-EduCare.org/Steuergruppe.htm Die Kinderfreunde verstehen sich als Lobby für
Kinder und Familien, wobei wir unter Familie vielfältige Formen des
Zusammenlebens mit Kindern verstehen und neuere Formen des familiären
Zusammenlebens (Patchwork-Familien, Stiefväter- und Stiefmütterfamilien,
Ein-Eltern-Familien usw.) unterstützen. Die Basis unseres pädagogisch-politischen
Handelns sind die U.N.-Menschenrechte, im besonderen die U.N.-Kinderrechte mit
ihren drei Säulen: Versorgung, Schutz und Partizipation. Kontakt: Tel.: +43 (1) 5121298 E-Mail: gernot.rammer@kinderfreunde.at
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Wir danken unseren Sponsoren herzlich für die wertvolle Unterstützung unserer Arbeit! |
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