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Bildungspolitischen Wahnsinn und Verrat an der Zukunft Österreichs beenden! Die Regierung kann nun zweieinhalb Jahre ohne Wahlen Reformen angehen. Vor allem im Elementarbildungswesen. Wie im gesamten Bildungsbereich auch.Schluss mit dem Kompetenz-Dschungel - Wir brauchen eine bundesweite Infrastruktur Die inhaltlichen und finanziellen Forderungen zur Qualitätsanhebung in den Elementareinrichtungen liegen längst – untermauert von vielen Studien - auf den Tischen der politisch Verantwortlichen (in 4 Ministerien, bei 9 Ländern und in 2.357 Gemeinden). Die derzeitige Aufsplitterung in Länder- und Gemeindekompetenzen (und die damit einhergehenden verschiedenartigen Gesetze und Verordnungen) widerspricht allen Forderungen nach Kostentransparenz, ist für die Berufsgruppe, die Trägerorganisationen und insbesondere für Kinder und Eltern/Mütter/Väter immens nachteilig: sie verhindert vor allem optimale Arbeit für die anvertrauten Kinder. Die Verantwortung des Bundes für die gleichwertige Anerkennung aller pädagogischen Berufe – somit auch für die Elementarpädagogen/innen – ist eine dringende Notwendigkeit. Das derzeit aus dieser Aufsplitterung hervorgehende sehr unterschiedlicheDienst -und Besoldungsrecht macht den Beruf der ElementarpädagogInnen – auch für tertiär ausgebildete PädagogInnen - unattraktiv. Ebenso dringend geboten ist ein bundesweit gültiges (Rahmen-) Gesetz für die Qualitätssicherung der elementaren Bildungseinrichtungen. Die Plattform EduCare hat bereits vor Jahren einen Entwurf für ein solches Gesetz vorgelegt. Wir fordern daher, dass für alle Bildungseinrichtungen - also auch dieelementarpädagogischen Einrichtungen –
liegt. Der Elementarbereich ist drastisch unterfinanziert Der Elementarbereich ist drastisch unterfinanziert und schreibt somit die Chancenungerechtigkeit weiter fort. Die Herstellung geeigneter Rahmenbedingungen für qualitativ hochwertige Bildung kostet Geld: ziemlich genau doppelt so viel, wie Österreich bisher für den Elementarbereich zur Verfügung stellt (0,54% von 6 % BIP, das sind rund.1,5 Mrd. €) Damit wären wir im EU-Vergleich noch immer weit hinter jenen Ländern, die der elementaren Bildung jenen Stellenwert einräumen, der den wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen entspricht (Schweden knapp 2% von 7,5 % aus). Zudem zeigt die Verteilung der öffentlichen Gesamtausgaben für Bildung auf die verschiedenen Bereiche des Bildungswesens den geringen Stellenwert der Elementarbildung in Österreich auf (Quelle: Nationaler Bildungsbericht 2009):
Diese Relationen
sind bildungspolitisch nicht vertretbar! BildungsRahmenPlan schwer umsetzbar Der höchst begrüßenswerte BildungsRahmenPlan ist für
alle Kinder in elementaren Bildungs- und –betreuungseinrichtungen im Alter von
0 – 6 Jahren gültig und sollte ab sofort umgesetzt werden.
Gemeinsame Ausbildung aller Pädagogen/innen unabdingbar Traditionell ist die Ausbildung von Kindergarten- und HortpädagogInnen in Österreich an die LehrerInnenausbildung gekoppelt. Die gemeinsame Ausbildung aller PädagogInnen ist auch in Österreich eine der wichtigsten Forderungen. Wir betrachten es als besonders geglückt, dass sich die Ministerinnen Schmied/SPÖ und Karl/ÖVP (bzw. davor Minister Hahn) unabhängig von ihrer jeweiligen Partei zu einem diesbezüglichen Jahrhundertprojekt einigen konnten, in das wir große Hoffnung setzen: die von den Ministerinnen gemeinsam eingesetzte ExpertInnengruppe unter der Leitung von Peter Härtel hat ihren detaillierten Endbericht zu den im Dezember 2009 präsentierten Empfehlungen über Vorschläge für eine Neugestaltung der Aus-, Fort- und Weiterbildung aller pädagogischen Berufe vorgeleg (1): http://www.bmukk.gv.at/medienpool/19218/labneu_endbericht.pdf. Die Bedingungen der pädagogischen Arbeit mit Kindern haben sich in den letzten Jahrzehnten radikal geändert, sodass die bisherigen Ausbildungsstrategien auch angesichts der vielfältigen Bemühungen der einzelnen Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik nicht mehr als ausreichend angesehen werden müssen. Es ist nicht einzusehen, warum das Berufsfeld der ElementarpädagogInnen mit dem bildungshierarchisch geringwertigsten Ausbildungssystem bedient werden soll. Dass die Grundausbildung von ElementarpädagogInnen nach wie vor auf derSekundarebene – in der BAKIP – erfolgen soll, widerspricht allen internationalen Erfahrungen und ist für die Gleichwertigkeit der zukünftigen PädagogInnen diskriminierend. Sie ist daher, auch aus Gründen der Durchlässigkeit für den weiteren Studienverlauf – ausgenommen für eine Übergangszeit - aus unserer Sicht strikt abzulehnen! Wir meinen, dass die BAKIP in ein Oberstufenrealgymnasium (ORG) mit sozialpädagogischem und musisch-kreativem Schwerpunkt umgewandelt werden soll. Damit würde sie zu einer vorbereitenden Schule für alle pädagogischen Berufe so wie etwa auch kaufmännische oder technische BHS nicht als Grundausbildung für ein WU/TU-Studium angesehen werden, sondern allenfalls einen leichteren/besseren Zugang zu diesen Studien bieten. Unser Anliegen ist eine an europäischen Richtlinien ausgelegte Neu-, bzw. Umstrukturierung der Aus- und Weiterbildung von Pädagoginnen und Pädagogen in elementaren Bildungseinrichtungen für Kinder von 0-6 Jahren in Österreich. Anzustreben ist eine Ausbildung für alle PädagogInnen auf gleichwertigem Masterniveau. Da das elementare Bildungswesen Ländersache ist, bestehen in den Bundesländern sehr unterschiedliche Berufsprofile in den elementaren Bildungseinrichtungen. Um ein national einheitliches Bild von allen im elementaren Bildungsbereich tätigen Professionen zu erlangen, bedarf es unbedingt klar definierter bundesweit gültiger Berufsprofile, die in breit gefächerten Arbeitsgremien unter Einbeziehung der Betroffenen erarbeitet werden müssen. Übergangsregelungen Zur Aufrechterhaltung der Bildung und Betreuung in den elementaren Bildungseinrichtungen sind entsprechende Übergangsregelungen für die Übernahme der bislang tätigen Personen mit den unterschiedlichen Ausbildungsabschlüssen auszuarbeiten: · BAKIP 5jährig und Kolleg. · 3 jährige BAKIP-Schulversuche, die ab Herbst 2010 starten. · andere Ausbildungseinrichtungen, die HelferInnen/AssistentInnen, KindergruppenbetreuerInnen usw. ausbilden · bestehende tertiäre Ausbildung (3 Hochschullehrgänge) Positiv sehen wir, dass die Möglichkeit des Quereinstiegs aus anderen Berufen und das Professionalisierungskontinuum als Basis für lebensbegleitende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen empfohlen wird. Sofortmaßnahmen dringend erforderlich Wir fordern alle VerantwortungsträgerInnen in Bund, Ländern und Gemeinden folgende organisatorische Veränderungen in einem ersten Schritt dringend in Angriff zu nehmen: · Reduzierung der Gruppengröße (je nach Alter der Kinder von 14 – 20 Kinder) · mindestens 2 Fachkräften pro Gruppe und · mehr Vorbereitungsstunden. · Freistellung für kostenlose einschlägige Fort- und Weiterbildung · für alle neu anstehenden Aufgaben – wie zum Beispiel Sprachförderung, verpflichtendes letztes Kindergartenjahr - braucht es vermehrt Weiterbildungsangebote und die stärkere Einbindung von Personen mit anderer Muttersprache. Jetzt wäre Zeit, Österreich zu ändern Der offensichtliche Mangel an Umsetzungswillen zwischen den Betroffenen – vier Ministerien, neun Länder, 2.357 Gemeinden, unterschiedlichste TrägerInnen-Einrichtungen und Interessensvertretungen – lässt begrüßenswerte Ansätze an verschiedenen „Fronten“ scheitern. Die Spitzen der Regierung scheinen rat- oder mutlos zu sein, statt sich gemeinsam bereit zu erklären, ohne Scheuklappen und vorgeblich ideologischen Barrieren eine Reform einzuläuten, die von der Elementarpädagogik bis zur Universität die Bildung auf komplett neue, tragfähige Säulen stellt. Eine „Verländerung“ der Bildung, wie sie derzeit propagiert wird, kann in ihrer Konsequenz im Elementarbildungswesen nur als abschreckendes Beispiel gesehen werden, die Regelungen in manchen Bundesländern können aber durchaus Vorbild und Grundlage für die Erarbeitung gemeinsamer Standards „nach oben“ gesehen werden. Die zuständigen Ministerinnen sind offensichtlich gewillt, hier entsprechende Schritte zu setzen: sie müssen ihre Arbeit aber auch von der gesamten Regierung gewollt und unterstützt wissen. Wir müssen alle am gleichen Strang ziehen: wir brauchen inhaltliche und legistische Änderungen, wir brauchen mehr Geld – was derzeit aus der Politik kolportiert wird, ist „bildungspolitisch verrückt und ein Verrat an der jungen Generation“ (Christoph Badelt, Rektor WU Wien). Die Plattform EduCare ist gerne bereit - soweit dies in ihrem Einflussbereich liegt -, Entscheidungsträger/innen Fortbildungsreferenten/innen und Experten/innen, zu vernetzen und somit die partnerschaftliche Behandlung von Fragestellungen zu ermöglichen bzw. zur Entwicklung von Umsetzungsstrategien, die allen Beteiligten gerecht werden, beizutragen!
(1) Zum Endbericht der ExpertInnengruppe "Lehrer/innenbildung NEU - die Zukunft der pädagogischen Berufe“ sind mehrere Stellungnahmen seitens der Plattform EduCare und ihr nahestehenden Gruppierungen und Personen den zuständigen Ministerien vorgelegt worden:
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