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Zukunft des Kindergartens - Kindergarten der Zukunft!Anlässlich der Podiumsdiskussion "Kindergarten der
Zukunft", von der Plattform EduCare gemeinsam mit der Tageszeitung KURIER
am 21. April 2009, hat Heidemarie Lex-Nalis, Steuergruppenmitglied der Plattform
EduCare, vor rund 150 engagierten TeilnehmerInnen und den Diskutanten Minister
Hahn, Sektionschef Dobart (für die verhinderte Ministerin Schmied), Direktorin
Stein (Arbeiterkammer) und Abteilungsleiter Riemer (Industriellenvereinigung)
und dem Moderator Chefredakteur Kotanko nachfolgendes Impulsstatement gehalten. Der Kindergarten ist erst seit kurzem in das Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit und das von PolitikerInnen gerückt. Diverse Studien-Ergebnisse (PISA, Starting strong..) und gesellschaftliche Veränderungen das Rollenverständnis und die Zusammensetzung von Familien betreffend haben den Kindergarten diskussionswürdig gemacht. Im letzten Jahr ist auf politischer Ebene mehr passiert, als zig Jahre davor! Die „Plattform EduCare“
Unsere wesentlichsten Forderungen sind:
Lassen Sie mich Einiges dazu näher ausführen. Wir sprechen im Kindergarten von „Elementarer Bildung“ und dies beinhaltet die Betreuung Erziehung und Bildung von Kindern. Elementare Bildung geht davon aus,
Um zu gewährleisten, dass in allen Kindergärten Österreichs ähnliche Bildungsangebote stattfinden, braucht es einen · bundesweit gültigen Bildungsplan in letzter Konsequenz - angelehnt an Beispiele in Deutschland - für den gesamten Bildungsweg vom Elementarbereich bis zur Oberstufe. Der Kindergarten ist die erste Einrichtung in der Bildungsbiografie jedes Menschen und aus der „Schnittstelle“ zur Schule sollte eine „Nahtstelle“ werden. Qualitätsvolle Elementare Bildung braucht jedoch angemessene Rahmenbedingungen. Wir fordern · ein Bundesrahmengesetz, in dem die oben angesprochenen Qualitätsstandards festgelegt sind. Wir begrüßen die ersten Schritte in Richtung „Verpflichtendes kostenloses Jahr im Kindergarten“. Der Aufenthalt im Kindergarten ist jedoch noch keine Garantie dafür, dass Kinder zu ihrem „Recht auf frühe Bildung“ kommen. Derzeit neun unterschiedliche Gesetze der Bundesländer führen zu unterschiedlichsten Rahmenbedingungen für Kinder, Eltern und Personal und TrägerInnen-Organisationen hinsichtlich · Gruppengröße, · Verhältnis MitarbeiterInnen/Kinder · Arbeitstzeiten und Bezahlung der Pädagoginnen · Räumliche Anforderungen · Öffnungszeiten · Höhe der Elternbeiträge · Qualifikation/Bezeichnung/organisatorische Einbindung der pädagogischen Aufsicht · Qualifikation/Bezeichnung von Leiterinnen, Helferinnen, AssistentInnen… · Finanzierung Wir fordern bereits jetzt alle VerantwortungsträgerInnen in Gemeinden und Ländern folgende Veränderungen dringend in Angriff zu nehmen:
Und wir fordern die Ministerin Schmied und Minister Hahn auf, die Veränderung der Ausbildung zügig voran zu treiben. Wir fordern
Die 5–jährige Ausbildung im Sekundarbereich ist für die berufliche Qualifikation absolut unzureichend! Das liegt nicht an den Unterrichtsinhalten in den fachspezifischen Gegenständen, sondern am Alter der Auszubildenden und an der Gewichtung der Unterrichtsgegenstände. 30% berufsbildend, 70% allgemeinbildend. Zudem ist unsere Ausbildung national und international in eine Sackgasse. Für alle neu anstehenden Aufgaben - Sprachförderung, verpflichtendes letztes Kindergartenjahr - braucht es Weiterbildungsangebote und die stärkere Einbindung von Personen mit anderer Muttersprache. Warum ist es notwendig, rasch zu handeln? - Wir leiden an Personalmangel! Wir erleben zunehmend, dass immer mehr AbsolventInnen der BAKIPs nicht in den Beruf einsteigen. Zwischen max. 30% in Wien bis max. 60% in den anderen Bundesländern. (der einzigen Studie Berufsverläufe betreffend zu Folge waren es im Jahr 2000 noch ca. 70%) Wir sollten dringend die an den BAKIPs ausgebildeten Pädagoginnen in die Kindergärten zurückholen - dies wird jedoch nur gelingen, wenn sich einerseits die Rahmenbedingungen ändern und wenn andererseits Zusatzausbildungen/Studienabschlüsse im Kindergarten erwünscht sind und abgegolten werden.aktuelle_forderungen.htm All diese Forderung brauchen zur Umsetzung im ersten Schritt ein klares politisches Bekenntnis und den politischen Willen, den Kindergarten auf eine Stufe mit allen anderen Bildungseinrichtungen zu stellen. Nicht zuletzt – wie im Regierungsprogramm dargestellt – im Sinne der Konjunkturbelebung und nachhaltiger Maßnahmen zum Erhalt des Wirtschaftsstandortes Österreich. Und im zweiten Schritt die Zusammenarbeit aller damit befassten Regierungsstellen im Bund und in den Ländern gemeinsam mit den Sozialpartnern und den ExpertInnen. In diesem Sinn wünsche ich uns und Ihnen eine angeregte Diskussion. Siehe auch: Plattform EduCare - Ziele Siehe auch: akt. Forderungen Siehe auch: Positionspapier Siehe auch: Plattform EduCare - Bundesrahmengesetzentwurf Zur Person:
Mag.a Dr.in Heidemarie Lex-Nalis Direktorin der BAKIP Wien-Ettenreichgasse i. R., Kindergarten- und Hortpädagogin; Lehrbefähigung für musikalische Früherziehung, Praxis und Didaktik an Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik; Soziologin, Pädagogin, Mitglied der Plattform EduCare E-Mail: Heide.Lex-Nalis@Plattform-EduCare.org Telefon: +43 (664) 4634580
Zum Hauptartikel im KURIER Zum VIDEO: www.kurier.at/multimedia/video/312965.php |
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