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DER STEIRISCHE BEITRAG ZUM 100. INTERNATIONALEN FRAUENTAG UND ZUM JAHR DER BILDUNGNicht einmal drei Jahre ist es her, dass mit einstimmigem Beschluss im Sonderlandtag der Gratiskindergarten in der Steiermark eingeführt worden. ÖVP und SPÖ fühlten sich als Eltern des bildungs- und sozialpolitischen Meilensteines. Sehr richtig wurde damals argumentiert: „Durch den Gratiskindergarten schafft die Steiermark größtmögliche Chancengleichheit im Zugang zu elementarer Bildung für alle steirischen Kinder" (Frau Landesrätin Mag.a Grossmann). Nun schafft die Steirische Landesregierung (SPÖ/ÖVP) die Beitragsfreiheit für Kindergarten und Tageseltern ab. Der Meilenstein der Chancengleichheit im Zugang zur Bildung, wird nun gestrichen– aus „Spargründen“… Die steirische Landesregierung setzt damit im Jahr der Bildung und zum 100. Geburtstag des internationalen Frauentages eine höchst zweifelhafte Symbolik: Sie reduziert den Kindergarten einmal mehr auf seine Betreuungsaufgaben. Und vertraut der noch immer der weit verbreiteten Stimmung im „Wählervolk“, dass Kinder im Vorschulalter am besten bei der Mutter aufgehoben sind. Da kann man gut die Stellung vertreten, dass 1 Jahr verpflichtend bis Mittag beitragesfrei im Kindergarten genug ist. Da ist es nicht notwendig, sich mit gesellschaftspolitischen Änderungen in der Bevölkerungs- und Familienstruktur herumplagen. Da braucht man sich nicht an den vielen Studien orientieren, die nachweisen, dass z.B. erfolgversprechende Sprachförderung im Alter von 2 bis 4 Jahren stattfinden muss. Sie negiert wider besseres Wissen, dass Bildung im frühesten Kindesalter beginnt! Niemand kommt auf die Idee, bei der Pflichtschule Beiträge von den Eltern zu verlangen. Studiengebühren werden von der SPÖ nach wie vor vehement abgelehnt. Pisa hat es uns wieder bewiesen: Österreich ist ein Land, in dem Bildungschancen vererbt werden: unser Bildungssystem behandelt Kinder aus sozial schwachen Milieus außerordentlich ungerecht. Jede Investition in die frühe Bildung ist eine Investition in unsere Zukunft! Mit der Einführung des Gratiskindergarten zeigte die steirische Landesregierung, dass Chancengerechtigkeit nicht nur bei Sonntagsreden verkündet wird. Sie zeigte, dass ihr bewusst ist, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien den Kindergarten brauchen, um einen guten Start in die Schule und damit auf weitere Bildungs- und Ausbildungschancen zu bekommen und dass jeder Euro, der in Frühe Bildung investiert wird, unsere Zukunft sichert und den Wirtschaftsstandort erhält. Eine Kostenpflicht für Kinder von 0-6 Jahren ist ungerecht! Einsparungen im vorschulischen Bildungsbereich bedeuten sowohl einen bildungs- als auch einen sozialpolitischen Kahlschlag: unser Ziel muss eine gerechtere Gesellschaft mit Chancengleichheit für alle Kinder sein! Mit Sozialer Staffelung, wie in der Steiermark nun geplant, lässt sich das Ganze wohl leichter verkaufen – aber richtiger wird die Entscheidung damit nicht! Und: Halbtägiger kostenfreier Kindergarten für das letzte Kindergartenjahr geht von der Prämisse aus, das „die Mütter kochbereit an der Pforte stehen“ – „diese Symbolik ist so düster, wie der Missstand, dass föderal zugewucherte Österreich unfähig ist, ein bundesweites Kindergartengesetz mit einheitlichen Tarifen, Zeiten und Standards zu schaffen“ (Journalist des Jahres, Hubert Patterer in der Kleinen Zeitung). Die PolitikerInnen müssen sich endlich ihrer sozialen und bildungspolitischen Verantwortung zu stellen, und nicht bei den Ärmsten der Armen, die sich nicht wehren können – den Kindern - und damit an unserer Zukunft zu sparen beginnen! Jede Investition in die frühe Bildung ist eine Investition in unsere Zukunft!
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