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Positionspapier Aus- und Weiterbildung von KindergartenpädagogInnen
OECD-Studie EARLY CHILDHOOD EDUCATION AND CARE POLICY (ECEC) „Starting Strong“ Länderbericht 2006
Ø Qualität im ECEC-Bereich erfordert eine fundierte Ausbildung und faire Arbeitsbedingungen innerhalb des Arbeitsfeldes. Die Aus- und Weiterbildung muss erweitert werden um der zunehmenden Verantwortung des Fachpersonals für den sozialen Bereich und hinsichtlich der Erziehungs- und Bildungsanforderungen gerecht zu werden. Es besteht ein kritischer Bedarf zur Entwicklung neuer Strategien, um qualifizierte, multikulturelle, männliche und weibliche Fachkräfte für das Berufsfeld anzuwerben, im Beruf zu halten und eine sichere, angesehene und aus finanzieller Sicht existenzfähige Berufslaufbahn zu ermöglichen. Ø Die Ausbildung von PädagogInnen auf Sekundarebene scheint angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch den raschen Wandel familiärer Gegebenheiten und der damit verbundenen Erziehungsanforderungen nicht gerechtfertigt zu sein.
Argumente für die tertiäre Ausbildung von Kindergarten- und HortpädagogInnen · Bedeutung der frühen Kindheit für die weitere EntwicklungNeuere Erkenntnisse der Neurowissenschaften betonen, dass die Lernfähigkeit und Lernbereitschaft von Kindern umso größer ist, je jünger sie sind und dass diese wesentliche Entwicklungszeit entsprechende Aufmerksamkeit durch Pädagogen/innen verdient. ü Forschung und Lehre müssen sich mit Frühpädagogik beschäftigen und die gewonnen Erkenntnisse in Form von Empfehlungen zur Gestaltung optimaler Lernvoraussetzungen weitergeben. ü KindergartenpädagogInnen müssen bzgl. Lernpsychologie und Neurobiologie fundiert ausgebildet werden, um frühkindliche Lernprozesse kompetent begleiten zu können. ü Besonderes Augenmerk sollte auf frühe Sprachförderung gelegt werden. · Veränderte LebensweltenKindergarten- und HortpädagogInnen sind durch die zunehmende individuelle, soziale und kulturelle Heterogenität von Kindergruppen mit erhöhten Ansprüchen in ihrem Berufsfeld konfrontiert. Die pädagogische Arbeit erfordert stabile, bewusste und reflektierte Fachkräfte. ü Die Ausbildung der Kindergarten- und HortpädagogInnen nach der Matura (mit mindestens 18 Jahren) ermöglicht eine reifere Berufsentscheidung als diese mit vierzehn Jahren getroffen werden kann. ü Die kritische Auseinandersetzung mit den vielfältigen Ansprüchen dieses Berufsfelds gelingt im jungen Erwachsenenalter leichter. Der Kindergarten und Hort muss sich als Dienstleistungs- und Kommunikationsort für Familien und alleinerziehende Elternteile verstehen. · Akademisierung: Aufwertung und gesellschaftliche Anerkennungü Durch die Anhebung der Ausbildung auf Hochschulniveau wird der Beruf der Kindergarten- und HortpädagogInnen gesellschaftlich aufgewertet. ü Zusätzlich unterstützt die Akademisierung das EU-Ziel des lebenslangen Lernens und ermöglicht Kindergarten- und HortpädagogInnen eine größere berufliche Mobilität und Flexibilität innerhalb der Europäischen Union. ü Die Ausbildung von Kindergarten- und HortpädagogInnen auf tertiärer Ebene macht teure und zeitintensive Weiterbildungen zum Erwerb von Basiskompetenzen nach Absolvierung der derzeitigen Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik nicht mehr notwendig. Maßnahmen · WeiterbildungEducational UpgradingDie Pädagogischen Hochschulen sind ab Herbst 2007 in der Nachfolge der Pädagogischen Institute für die Fort- und Weiterbildung von Kindergarten- und HortpädagogInnen zuständig. ü Wir sind der Meinung, dass sich das Fort- und Weiterbildungsangebot an den Pädagogischen Hochschulen von den übrigen Fortbildungsangeboten unterscheiden muss und entsprechend den gesetzlichen Möglichkeiten Hochschullehrgänge mit akademischen Abschlüssen errichtet werden sollen. ü Um den regionalen Bedürfnissen entsprechende Angebote setzen zu können, halten wir es für notwendig, dass die Pädagogischen Hochschulen mit den Aus- und Fortbildungseinrichtungen sowie mit Berufsverbänden und TrägerInnen - Einrichtungen bzw. ExpertInnengremien kooperieren. · AusbildungTraditionell ist die Ausbildung von Kindergarten- und HortpädagogInnen in Österreich an die LehrerInnenausbildung gekoppelt. In vielen Ländern der Europäischen Union wird die Ausbildung von ElementarpädagogInnen und PädagogInnen für den außerschulischen Bereich gemeinsam mit SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen an Fachhochschulen oder Universitäten durchgeführt. Österreich könnte aus diesen in den letzten Jahren durchgeführten Reformen die jeweils besten Modelle auswählen. Pädagogische Hochschuleü Die im internationalen Vergleich längst fällige Integration der Ausbildung von Kindergarten- und HortpädagogInnen in die gemeinsame Ausbildung aller PädagogInnen sollte in raschen Schritten umgesetzt werden. ü Italien und die Schweiz haben dies in den letzten Jahren durchgeführt und können als Orientierung dienen. ü Die OECD-Studie empfiehlt, sich an England und Schweden zu orientieren. Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIP)ü Die BAKIP schließen mit ihrem Fächerkanon eine wichtige Lücke in der Bildungslandschaft. Diese Ausbildungsinhalte sollten weiterhin angeboten werden. ü Die BAKIP als Berufsbildende Höhere Schule bietet Kindern (vor allem auch Mädchen) Chancen auf Höhere Bildung. Wir fordern die DirektorInnen der BAKIP auf, gemeinsam mit den Verantwortlichen im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Schulformen zu entwickeln, die zum Erhalt der BAKIP mit geänderten Abschlussqualifikationen und anrechenbaren Modulen für den tertiären Ausbildungsweg beitragen. |