Und wieder wird bei den Kindergärten gespart - diesmal im Burgenland: 14 GesundheitserzieherInnen sollen "eingespart" werden.


In den Burgenländischen Kindergärten und Schulen gibt es - wie in den anderen Österreichischen Bundesländern bereits seit vielen Jahren  - ein Zahnprophylaxeprogramm. 

Dieses Vorsorgeprojekt wurde 1999 von Land Burgenland zunächst in den Bezirken Jennersdorf und Güssing initiiert und ab 2001 auf das gesamte Burgenland ausgeweitet.

Dies alles soll mit 31. Dezember 2010 in der Form für Burgenlands Kinder zu Ende sein: Nun sollen plötzlich alle 14 Zahngesundheitserzieherinnen „eingespart“ werden.

Laut Aussagen des zuständigen Gesundheitslandesrates Dr. Peter Rezar (SPÖ) ist das Land Burgenland und zum Leid der Zahngesundheitserzieherinnen, der PädagogInnen in den Kindergärten und Volksschulen, der Eltern und vor allem zum Leid der Kinder, nicht mehr bereit, die Teilkosten zur weiteren Fortsetzung des Kariesprophylaxeprogrammes beizusteuern. Auch die Burgenländische Gebietskrankenkasse – die die Hälfte der Kosten trägt – versteht diese Entscheidung nicht.

Die Gruppenprophylaxe sollte – entsprechend dem Setting-Ansatz der WHO - nicht nur die Arbeit mit den Zielgruppen, sondern auch die Gestaltung ihrer Lebensumwelt einbeziehen, sodass Mundhygiene und orale Gesundheitsvorsorge tägliches Programm werden.

Dazu gehören Möglichkeiten zur täglichen Mundhygiene sowie zahngesunde Ernährung in Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen etc. Dies erfordert Bewusstseinsbildung und Beratung der Leiterinnen und Leiter der Einrichtungen im Rahmen der Zahngesundheitsvorsorge, wie sie in den Alltag integriert werden kann.

Zahngesundheitserzieherinnen erhalten dafür eine spezielle Ausbildung(Schulung), um altersgerecht Kindern in Kindergärten und Volksschulen Tipps geben zu können, wie sie möglichst lange kariesfreie Zähne haben. Die Erzieherinnen begleiten die Kinder ab dem Eintritt in den Kindergarten bis zum Ende der Volksschule mit regelmäßigen Besuchen. 

Damit dies für die Kinder immer wieder spannend ist und bleibt, wechseln sich verschiedene Programme mit unterschiedlichen Inhalten und Zielen ab.

Ziel ist, den Kindern spielerisch das richtige Zähneputzen beizubringen und sie gleichzeitig spielerisch über die richtige Ernährung für gesunde Zähne zu informieren und zur aktiven Zahnprophylaxe zu motivieren.

Als Rahmenvereinbarung gilt die Erreichung der WHO-Vorgaben bis zum Jahr 2020:

- mindestens 80% der Sechsjährigen kariesfrei
- zwolfjährige Kinder im Durchschnitt höchstens 1,5 kariöse,   extrahierte oder gefüllte Zähne.

Mit dem Schul- und Kindergartenjahr 2008/2009 wurde beschlossen, dass die Zahngesundheitserzieherinnen statt wie bisher einmal, zweimal jährlich die Kinder in Burgenlands Kindergärten aufsuchen sollen, wofür zu den 7 bereits seit Jahren tätigen Erzieherinnen, weitere 7 Kolleginnen ausgebildet und angestellt wurden. (In den Schulen waren die Kolleginnen auch weiterhin, wie bis dahin einmal Jährlich zu Besuch.) 

Trotz gewaltiger Fortschritte in den vergangenen Jahren habe das Burgenland in Sachen Zahngesundheit noch deutlichen Nachholbedarf, erklärt Christian Moder, Direktor der Burgenländischen Gebietskrankenkasse laut ORF Burgenland.. Man habe jene Bundesländer, die noch länger und intensiver als das Burgenland Karies-Prophylaxe machen, noch nicht eingeholt. Ziel wäre es gewesen zu den Spitzenreitern aufzuschließen und möglichst viele Kinder ohne Karies zu haben.

Wieder einmal wird versucht, dort zu sparen, wo offensichtlich am wenigsten Protest erwartet wird.


Aber: die Kinder dürfen nicht als Hauptverlierer der Finanzkrise dastehen!

Siehe auch:

Standards in der oralen Gruppenprophylaxe in Österreich: http://www.bmg.gv.at/cms/site/attachments/8/7/2/CH0779/CMS1204704701025/druckvorlage_standards_gruppenprophylaxe_oesterreich_februar_2009.pdf 

Kariesprophylaxe Burgenland: http://www.burgenland.at/gesundheit-soziales/gesundheit/vorsorgeprojekte/207 

Kein Geld für die "Zahnputzfee": http://burgenland.orf.at/stories/472526/


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