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Weg vom Wutbürger - hin zum Mutbürger: BILDUNGSINSITUTIONEN GRUNDLEGEND VERÄNDERN!In Österreich sind 278.000 Kinder armutsgefährdet. 326.000 Haushalte mit Kind leben unter der Armutsgrenze. 113.860 Kinder und Jugendliche leben in verfestigter Armut. Chancengleichheit! Nicht „nur“ Studien, vor allem auch unsere eigenen täglichen Wahrnehmungen belegen die Nachteile, die Armut für die Sprach- und Intelligenzentwicklung, die schulische Leistungsfähigkeit der Kinder mit sich bringt – und damit für ihr Leben. Mehr Bildungsanstrengungen sind verlangt - von den Betroffenen wie vom Staat. Mehr Bildung also für Chancengleichheit. Benachteiligung nicht alleine aufgrund Migrationshintergrund Benachteiligte Kinder – und diese kommen beileibe nicht „nur“ aus Schichten mit Migrationshintergrund - sind ganz besonders auf die Qualität öffentlicher Einrichtungen angewiesen. Vorschulische wie schulische. Denn diese Kinder erfahren vielfältige Benachteiligungen und Belastungen: im Arbeits-, Gesundheits-, Wohn-, Bildungs-, Kultur- oder Freizeitbereich u. a. m. Gewiss: Armut, Chancenungleichheit alleine auf die Bildungsferne oder auf die Sozialisations- beziehungsweise Kulturdefizite der Betroffenen zurückzuführen ist zu wenig. Wenn aber in den Familien niemand in der Lage ist, Kinder in ihrer Entwicklung aufmerksam zu begleiten und zu fördern, muss die öffentliche Hand ausgleichend wirken können. Bildungsbereich ist Job-Motor Es ist nun einmal so, dass wirtschaftlich Zwänge offensichtlich am ehesten zu Veränderungen drängen: Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise wäre es notwendig, in Bildung und Kinderbetreuung zu investieren. Nicht ohne Grund sind es vor allem die Sozialpartnerinsitutionen, die hier nachdrücklich und wiederholt zu Veränderungen drängen. Investitionen in die Bildung lohnen: denn die beschäftigungsintensiven „Branchen“ im Bildungsbereich sind wahre Job-Motoren! Zwei Fliegen also auf einen Streich: Arbeitsplätze werden heute geschaffen und zukünftige Arbeitslose vermieden. Was aber tut Österreich? Verzettelung in Föderalismus! Wir möchten uns hier auf den sogenannten „vorschulischen Bildungsbereich“ beschränken: in Österreich gibt es 8.075 institutionelle Kinderbildungseinrichtungen, davon 4.887 Kindergärten, 1.117 Kinderkrippen, 1.186 Horte und 885 altersgemischte Bildungs-/Betreuungseinrichtungen. Bei
über 60 Prozent der „Kindertagesheime“ (Krippen/Krabbelstuben/Kindergärten
etc.) sind öffentliche Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Gemeinden) für
die Erhaltung zuständig. Die Bildungsinstitutionen gehören grundlegend verändert. Ein inklusives Bildungssystem von der Kinderkrippe bis zum Ende der Schulpflicht (und darüber hinaus), das allen die selben Chancen für ihre Zukunft bietet, die unsere Mädchen und Buben in ihrer Vielfalt berücksichtigt und fördert, Geschlecht, ethnische, sprachliche und kulturelle Hintergründe, religiöse und weltanschauliche Überzeugungen, Familienstrukturen, soziale Lage sowie besondere Fähigkeiten und Behinderungen mit einbezieht ist angesagt. Forderungen für den Elementarbildungsbereich - ein Bildungssystem, in dem alle Fähigkeiten und Talente der Buben und Mädchen so früh wie möglich erkannt und durch permanente Förderung zur Entfaltung gebracht werden; - ein sozial faires Bildungssystem, in dem alle Buben und Mädchen in Österreich Anspruch auf alle gebotenen Chancen haben, unabhängig von Geschlecht, sozialer, kultureller, religiöser oder regionaler Herkunft; - ein weltoffenes Bildungssystem, das Internationalität und kulturelle Vielfalt als Bereicherung ansieht und den MigrantInnen und ihren Kindern faire Bildungs- und Berufschancen einräumt; - ein modernes, bürokratieschlankes und weitgehend autonomes Bildungssystem ohne parteipolitische Einflussnahme; - ein flächendeckendes Angebot an elementarpädagogischen Einrichtungen (Krabbelstuben, Kinderkrippen, Kindergärten…), sowie bundesweite Ganztagsangebote; - die Gleichstellung der Kindergärten mit den Schulen und der KindergartenpädagogInnen mit den LehrerInnen; - die Aufwertung des PädagogInnen-Berufes durch gemeinsame tertiäre Ausbildung und einheitliche Besoldung; - einen verbindlichen Ausbau – und Finanzierungsplan für unsere Bildungseinrichtungen von den Elementarbildungseinrichtungen bis zu den Hochschulen und Universitäten - die jährliche kontinuierliche Erhöhung der öffentlichen Finanzierung aller Bildungseinrichtungen auf mindestens 2% des BIP im Jahre 2020. Weg von vordergründigem Sparen Investitionen in Bildung, Investitionen vornehmlich in elementare Bildung, also vor allem in Kindergärten sind die rentabelste Investition im Erziehungsbereich. Einsparungen im Bildungsbereich bedeuten sowohl einen bildungs- als auch einen sozialpolitischen Kahlschlag: unser Ziel muss eine gerechtere Gesellschaft mit Chancengleichheit für alle Kinder sein! Weg von ideologisch verbrämten Argumenten Weg von Ängsten aufgrund mangelnder organisatorischer Gegebenheiten Halbtägiger kostenfreier Kindergarten für das letzte Kindergartenjahr geht von der Prämisse aus, das „die Mütter kochbereit an der Pforte stehen“ – „diese Symbolik ist so düster, wie der Missstand, dass das föderal zugewucherte Österreich unfähig ist, ein bundesweites Kindergartengesetz mit einheitlichen Tarifen, Zeiten und Standards zu schaffen“ (Hubert Patterer in der Kleinen Zeitung). Reformer – auch innerhalb der ElementarpädagogInnen - haben einen schweren Stand – nicht zuletzt auch und besonders deswegen, weil aufgrund vielfacher organisatorischer Mängel jede Erneuerung als Bedrohung gesehen wird. Die Mehrzahl der PädagogInnen „spürt“ jedoch instinktiv die vorhandenen Mängel – versucht bis zum Ausgebranntsein dagegen anzukämpfen. Fühlt sich aber außerstande, grundlegende Änderungen durchzusetzen – auch aus Angst vor der eigenen Zukunft. Es liegt an der Öffentlichkeit, den Eltern und den PädagogInnen, hier gegensteuernd tätig zu werden! „Die Politik“ scheint dazu nicht die Kraft und/oder den Willen zu haben. Weg vom ohnmächtigen Wutbürger – hin zum tätigen Mutbürger! E i n Weg dazu ist die Unterschrift unter das Bildungsvolksbegehren: http://www.vbbi.at. E i n Weg dazu sind Bürgerproteste, wie sie sich derzeit in der Steiermark formieren: http://www.plattform25.at/. E i n Weg dazu sind Initiativen wie das Elternbündnis Freie Schulwahl: http://www.freieschulwahl.at. Initiativ werden: weg vom Wutbürger – hin zum Mutbürger! Siehe auch: 1. http://www.plattform-educare.org/INTERIMSORDNER%20FÜR%20PDF-DATEIEN/ChancebildungFinalPDF.pdf 3. http://www.vbbi.at/volksbegehren/forderungen/ 5. http://www.freieschulwahl.at
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